Meine Leidenschaft zum Häkeln fing eigentlich ganz normal und unleidenschaftlich an: wir hatten, vor vielen Jahren, in der Schule das Fach Handarbeit. Und ich mochte es nicht wirklich.

Häkeln, Stricken und Sticken waren damals irgendwie nicht so mein Ding.

Alles dauerte viel zu lange und wie das bei Anfängern sehr häufig so ist, die Maschen wurden immer fester und man konnte am Ende selten erkennen, was das eigentlich hätte werden sollen. War nicht schön und machte wenig bis keinen Spaß.

Ich war wohl noch nicht bereit. 😉

Wann hat das Häkeln dann doch funktioniert?

Irgendwann, acht oder zehn Jahre nach der Schule, habe ich mich dann nochmals an das Häkeln ran getraut.

Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam, aber ich hatte plötzlich viel Spaß an der Filethäkelei. Kein Druck mehr von außen. Keine Schulnoten. Und ich konnte selbst entscheiden, was ich in Angriff nehmen wollte.

Es entstanden im Laufe von zwei bis drei Jahren viele Deckchen, Spitzen und Borden. Einfach nur so für mich. Entspannt.

So machte mir Handarbeit Spaß.

Irgendwann hatte ich jedoch immer weniger Zeit für mein kleines Steckenpferd. Der damalige Beruf und der Alltag forderte einfach zu viel Zeit und Energie.

Meine kleinen Häkeleien fielen langsam und fast unbemerkt in einen Dornröschenschlaf.

Häkeln wiederentdecken

In diesem schlummernden Schönheitsschlaf würde sich meine Häkel-Karriere noch immer befinden, wenn es nicht ein großes schwedisches Textilhandelsunternehmen aus Stockholm (die mit den zwei Buchstaben) geben würde.

Unsere Tochter war zu dieser Zeit noch im Kindergarten. Und wie so viele Eltern, kauften wir unserem Kind für den kalten Winter bei einer Filiale dieser Mode-Kette eine für unseren Geschmack schöne Mütze mit Bommel.

Die Mütze war toll. – Das fanden anscheinend auch noch zig andere Eltern und wir begegneten in diesem Winter dieser Mütze noch dutzendfach.

Das Häkeln begann mit Stricken

Für den nächsten Winter wollte ich ihr ein individuelles Einzelstück selbst machen, das garantiert niemand sonst hatte.

Mit Hilfe einer guten kostenlosen Anleitung von „DROPS Design“ (das kennen sicherlich viele) strickte ich für unser Kind ihre erste und garantiert einzigartige Wintermütze.

Nach vielen Stunden war sie endlich fertig. Schön schwarz und perfekt zu ihrer Winterjacke passend (ich glaube, irgendwo müsste die sogar noch in ihrem Kleiderschrank zu finden sein).

Ich fand es toll, meinem Kind die perfekte Mütze selbst machen zu können. Und dazu auch noch preisgünstiger als von einem Geschäft.

Die erste gehäkelte Mütze

Als im darauffolgenden Herbst wieder eine neue Mütze fällig war, überlegte ich, wie ich eine Kindermütze schneller machen könnte.

Irgendwie stieß ich dabei zufällig wieder auf das Häkeln. Und nach einigen erklärenden Videos bei Youtube machte ich mich mutig und ohne wirkliche Anleitung an meine erste Häkelmütze.

Und häkeln ging bei mir wirklich wesentlich schneller als das Stricken. Ich musste zwar sehr häufig am Kopf meiner Tochter Maßnehmen und auch die eine oder andere Reihe wieder aufmachen. Aber trotzdem war ich mit der ersten Mütze viel schneller fertig.

Als Bonus häkelte ich noch drei feine Blümchen auf die nun fertige Mädchenmütze.

Das Kind war begeistert. Ich auch. 🙂

Kann ich auch eine haben?

Kurz darauf kam dann mein Mann plötzlich zu mir und fragte, ob er passend zu seiner schwarz-roten Snowboardjacke auch eine Mütze bekommen könnte.

Natürlich konnte er. Auch wenn das für mich etwas unerwartet kam. 😉

Ich schleppte ihn mit in das Wollgeschäft und er suchte sich die passenden Farben aus. Seitdem trägt er die Mütze aus Bingo-Wolle immer zusammen mit der passenden Winterjacke.

So war das bei mir mit den ersten Versuchen beim Mützenhäkeln.

Wie sind denn Eure Anfänge verlaufen? Hat Euch das Häkeln sofort viel Spaß gemacht? Oder hattet Ihr ähnliche „Startschwierigkeiten“ wie ich?

Ich würde mich sehr über Eure Berichte darüber freuen!

Gerne hier in den Kommentaren oder auch auf Euren Blogs.